Neue Musik im Schlossgarten

im Rahmen des Oldenburger Kultursommer 2017

„Von den Landschaften“

 

So., 02. Juli 2017  –  17:00 Uhr  –  Küchengarten im Schlossgarten, Oldenburg

 

Programm

Franz Schubert (1797 – 1828)
Instrumental:
Rezitation
Instrumental:

Instrumental:
aus „Die schöne Müllerin“ (1821)
Das Wandern ist des Müllers Lust
Wohin ?
Danksagung an den Bach

Am Feierabend
Wolfgang Rihm (*1952)Fetzen (2004)
für Bratsche und Akkordeon
Franz Schubert
Rezitation
Instrumental:
Instrumental:
Instrumental:
Rezitation
aus „Die schöne Müllerin“
Der Neugierige Ungeduld Morgengruß Mein! Tränenregen
Toshio Hosokawa (*1955)Ibuki (Atem) (2016)
für Viola solo
Franz Schubert
Rezitation
Instrumental:
Rezitation
Instrumental:
aus „Die schöne Müllerin“
Eifersucht und Stolz
Die liebe Farbe
Der Müller und der Bach
Des Baches Wiegenlied
Toshio Hosokawa (*1955)In die Tiefe der Zeit (1994)
für Viola und Akkordeon

Margit Kern – Akkordeon, Axel Porath – Viola, Bernt Hahn – Rezitation

 

Beim Konzertprogramm „Von den Landschaften“ bildet der bekannte Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ von Franz Schubert den Ausgangspunkt.  Eine Auswahl der Lieder wird in einer instrumentalen Version für Bratsche und Akkordeon zu hören sein und von dem Schauspieler Bernt Hahn als Gedichtrezitation erscheinen. Solch eine Präsentation des Liederzyklus ist ungewöhnlich. Ihre Stärke liegt darin, die Lieder, die als einfaches oder variiertes Strophenlied konzipiert sind, in ihrer musikalischen Wärme und Ausdruckskraft jenseits des gesungenen Wortes, völlig zum Ausdruck zu bringen. Die Wahrnehmung der Texte wird durch die Rezitation vollständig von der Musik gelöst. Auf diese Weise entsteht die Möglichkeit, dieses Kleinod der Liedkunst auf völlig andere Art neu zu hören und seine textliche Gestalt neu zu deuten. Durch die völlige Fremdheit des Klanges der beiden Instrumente in diesem Zusammenhang entsteht eine neue Offenheit dem bereits Bekannten gegenüber.

In dem Zyklus aus dem Jahr 1823 entwickelt sich entlang eines Baches eine poetische Liebesgeschichte. Der Bach, das fließende Wasser, zieht den Wanderer in die Welt. Er wird Gefährte zur Zwiesprache und Spiegel der Stimmungen des Müllergesellen. Mit einem Spannungsbogen von Naturverbundenheit, Hoffnung, Enttäuschung und Trauer ist der Bach die Verbindung zwischen den Wechselbädern der Gefühle.

Eine völlig andere Art der Naturverbundenheit zeigt Toshio Hosokawa in seinem 1994 komponierten Werk „In die Tiefe der Zeit“ für Bratsche und Akkordeon. Der Rhythmus des Werdens und Vergehens in der Natur, das Atmen der Lebewesen oder der Meereswellen sind wichtige klangliche Anknüpfungspunkte in der Musik Hosokawas. Die Landschaft wird in seiner Musik zur Landschaft eines Klanges mit all seinen Schattierungen. Der Komponist verwebt auf einzigartige Weise Musik und Natur, östliche und westliche Philosophie ineinander. In „Die Tiefe der Zeit“ symbolisiert das Streichinstrument das männliche Prinzip, das Akkordeon das weibliche.

Die Lieder von Schubert werden durch die modernen Werke Toshio Hosokawas in einen neuen ästhetischen Zusammenhang gerückt. Ein kurzer Aphorismus des großen Schubert Verehrers Wolfgang Rihm, „Fetzen“, rundet die moderne Seite des Programmes ab. Durch den dreimal vollzogenen stilistischen Bruch fühlt sich das Publikum in ganz neuer Weise in der über einhundert Jahre alten Musik zu Hause und vollzieht dennoch das Erlebnis des Wanderns durch die (stilistischen) fremden Welten mit.

 

Zu den Künstlern

Axel Porath (Bratsche) ist festes Mitglied im Kölner Ensemble Musikfabrik.

Margit Kern (Akkordeon) konzertiert mit Solo-Recitals und als Kammermusikerin und lehrt als Honorarprofessorin an der Hochschule für Künste, Bremen, im Fachbereich Musik

Bernt Hahn (Stimme) hat nach seiner Ausbildung an der staatlichen Hochschule für Musik und Theater in Hannover zahlreiche Engagements an diversen Theatern wahrgenommen und ist nun freiberuflich tätig.

 

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